Zur Startseite (Foto-Reiseberichte)

Estland 15.-19.03.2023

Eine vogel- und landeskundliche Kurzreise mit BALTIKUMREISEN

Alle Fotos werden beim Anklicken auf 800x533 Pixel vergrößert.

Es handelte sich um eine naturkundliche Reise mit Schwerpunkt Vogelbeobachtung in einer Kleingruppe, geführt von Adrian Gerloff. Er selbst hatte uns im Vorjahr eine 3wöchige Mietwagentour nach unseren Wünschen ausgearbeitet. Leider konnten wir diese Reise nicht antreten. Letztlich bot eine ornithologische Kleingruppenreise im März 2023 die einzig reale Chance, den Gutschein von der Airline nicht verfallen zu lassen.
01_Angelika_Uwe-Tourbeginn_a2_3zu2b 02_P1440415a2_3zu2b2 03_P1440863a3zu2b2D 04_P1440331a_3zu2b

Die größte estnische Insel Saaremaa war unser Hauptbeobachtungsgebiet. Unser ortskundiger Reiseleiter versuchte, auf die teils wenig günstigen Witterungs- und Sichtbedingungen zu reagieren und fuhr uns zu verschiedensten Buchten. Trotzdem sahen wir die Zielart „ Scheckente“ nur von fern, ein Belegfoto überstieg meine technischen Möglichkeiten. Die hier häufigste Entenart war mit insgesamt 420 gezählten Individuen die Eisente. Das Foto daneben zeigt eine weibliche Bergente. Bezogen auf unsere Beobachtungspunkte war diese Art zusammen mit der Reiherente die zweithäufigste Entenart, gefolgt von der Schellente. Rechts im Bild sind zwei rastende Seeadler zu erkennen, die Art sahen wir an 8 Stellen meist einzeln, maximal 8 Individuen. Die 400 Höckerschwäne verteilten sich sehr ungleich.

05_P1440610a3zu2b 06_P1440559a3zu2b 07_P1440370a3zu2bD 08_P1440749a3zu2b
Auf den Fahrwegen zwischen den Beobachtungspunkten erhielten wir einen vielseitigen Eindruck von der Landschaft und deren spärlichen Besiedlung. Ein 7-köpfiger Trupp Seidenschwänze erfreute uns in der kargen Landschaft bei gefrorenem Boden mit Resten von Schnee.
09_P1440638a3zu2b 10_P1440703a3zu2bsD 11_P1440823a3zu2b 12_P1440822a3zu2b
In einem Kiefernwäldchen agierten 40 Graureiher auf ihren Nestern. An der Küste bemühten wir unsere Spektive. Ich notierte in Summe 105 Mittelsäger, 42 Zwergsäger. Die Gänsesäger zählte ich nicht aus, Massen waren es nicht, eher um die 150. Wir erspähten keinen Seetaucher und außer einem Haubentaucher keinen anderen Taucher. Wenige Kegelrobben schwammen recht weit draußen.
13_Angelika_IMG_20230317_132029a3zu2b 14_P1440879a3zu2b 15_P1440893a3zu2b 16_P1440993a3zu2b
Eine komfortabel ausgestattete Bushaltestelle ermöglichte uns den bequemen Verzehr eines Lunchpaketes. Das Habitatmosaik zwischen Wäldern und Mooren wirkte vielerorts recht vogelleer. Immerhin ließen sich außer Rabenvögeln hier und da kleine Kiebitztrupps und Feldlerchen sehen Für die Sichtung von Schneeammer-Trupps (bis zu 60 Individuen) brauchte man mehr Glück, da sie sich nicht in der Landschaft verteilten. Dem Sperlingskauz, welcher auch zu unseren Zielarten gehörte, widmeten wir relativ viel Zeit, ohne ihn zu sehen. Die Suche nach dem Habichtskauz blieb erfolglos.
17_P1450103a3zu2b 18_P1450121a3zu2b 19_P1450190a3zu2b 20_P1450292a3zu2b

Die geringe Vogelausbeute wurde durch positive menschliche Begegnungen kompensiert. Mein Dank gilt in erster Linie Angelika für die äußerst liebenswerte Begleitung, die ich sehr genossen habe. Auch die vielfältigen Eindrücke von der Landschaft, ihrer Nutzung und Bebauung waren wichtig. Das Muhu-Freilichtmuseum, eingebettet in das Dorf Koguva gefiel mir besonders gut. Das rechte Bild zeigt eine Wanderdüne

21_P1450347a3zu2b 22_P1450362a3zu2b 23_vlcsnap-2024-12-09-12h13m59s774a_3zu2b 24_IMG_20230319_113507a3zu2b
Eine kurze Strecke sind wir auch gewandert, um den Konflikt zwischen Trockenlegung und Wiedervernässung von Mooren zu visualisieren. Die Gegensätze finden gleichzeitig in benachbarten Teilen ein und desselben Gebietes statt. Das trocken gelegte Moor wird genutzt, um spärlich wachsende Bäumchen anzupflanzen, die als Brennholz taugen und als nachwachsende Rohstoffe gefördert werden. Direkt daneben wird ebenfalls mit EU-Mitteln wiedervenässt. Vogelkundlich gab es in Offenlandschaften mit Sitzwarten vereinzelt Raubwürger. An einem Birkhuhn-Balzplatz waren 15 Hähne gleichzeitig, jedoch zeigten sie sich nicht sehr motiviert. Wir beobachteten sie mit Spektiv aus großer Entfernung, ohne sie zu stören. Die Hähne dachten jedoch mehr ans Fressen als ans Balzen. Am Ende unserer Reise gab es eine Chance auf Wasseramsel, aber die ließ sich weder sehen noch hören. Und so kamen wir auf 66 Vogelarten.